Arzneimittel, Röntgenkontrastmittel und hormonaktive Stoffe

Wir finden Arzneimittel, Röntgenkontrastmittel und hormonaktive Stoffe im Maaswasser in Gehalten, die oberhalb der Zielwerte (0,1 µg/l) des Europäischen Fließgewässermemorandums liegen. Für diese Stoffe gibt es in Europa keine Normen. RIWA-Maas zielt darauf ab, dass die Emissionen nach dem Präventionsprinzip so beschränkt werden, dass der Zielwert nicht mehr überschritten wird. Solche Stoffe gehören nicht in zur Trinkwasserherstellung genutzte Gewässer. Dieses Vorsorgeprinzip sollte auch die Grundlage einer erwünschten Normierung sein.

Nach der Erörterung die Aufmerksamkeit wahren und Lösungen suchen

Wir stellen diese neuen Stoffe bereits seit einiger Zeit bei den Behörden und der Internationalen Maaskommission zur Erörterung. Es geht dabei um Stoffe wie Metformin, Carbamazepin, Metoprolol, Ibuprofen und fünf Röntgenkontrastmittel. Wir sprechen die Thematik auch öffentlich mit unseren Pressemitteilungen und Newsletters an. Wir haben die Initiative zur Erstellung einer sog. „Wissensmontage“ („Kennismontage“) über diese Stoffe im Wasser durch die Forschungsorganisationen KWR und STOWA ergriffen. Nachfolgend führte dies zur Erstellung eines gemeinsamen Handlungskonzepts in der Wasserkette mit der „Unie van Waterschappen“ (Union der Wasserverbände) und Vewin. In der 2. Generation der Wasserpläne zur Wasserrahmenrichtlinie (Entwurfsfassung) werden neue Stoffe wie Arzneimittel inzwischen als Problemfeld anerkannt und werden die ersten Schritte zur Sondierung, Erforschung usw. genannt. Gemeinsam mit Vewin gehen wir bei der Thematisierung auf EU-Ebene vor, z.B. bei der EU-Strategie 2015 und der Überarbeitung der Richtlinie zu Prioritären Stoffen 2017. Ein weiterer Schritt in unserer Lobbyarbeit konzentriert sich auf die verschiedenen Gruppen im medizinischen Bereich, bei denen wir ein Bewusstsein für ihre Verantwortung schaffen möchten, zu einer Reduktion der Emissionen in die Umwelt beizutragen.