Maas und Trinkwasser

Die Maas entspringt in Frankreich und fließt ca. 925 km durch Belgien und die Niederlande zur Mündung in der Nordsee. Es leben ca. 9 Mio. Menschen im Einzugsgebiet der Maas, das sich auf eine Fläche von über 34.000 km² erstreckt. Die Verteilung über die Länder und Regionen ist in diesen zwei Kreisdiagrammen grafisch dargestellt.

Monitoring

Die Mitglieder von RIWA-Maas untersuchen zusammen mit den Behörden das Wasser an zehn Messstellen entlang der Maas (siehe Karte). An den Entnahmestellen wird die Wasserqualität kontinuierlich überwacht, sowohl mit chemischen Analysen als auch mit Biomonitoring. Außerdem werden alle vier Wochen an allen Messstellen Wasserproben entnommen, die auf eine Vielzahl von Substanzen untersucht werden. Wie breit gefächert die Stoffauswahl ist, wird alle drei Jahre festgelegt: Neue relevante Stoffe werden hinzugefügt, bisherige Stoffe, die nicht mehr ermittelt werden, werden gestrichen. Jedes Jahr wird ausgehend von wissenschaftlichen Entwicklungen geprüft, ob ein bis dahin nicht gesuchter Stoff berücksichtigt werden sollte. Zudem werden auch Wasserproben mit verschiedenen High tech-Methoden hinsichtlich der Anwesenheit einer sehr breiten Stoffauswahl gescreent. Dabei liegt der Schwerpunkt auf dem Nachweis einer Substanz und ist manchmal nur eine orientierende Angabe zur Konzentration möglich. Dies geschieht zur Beobachtung der aktuellen Entwicklungen, sodass Stoffe, die plötzlich vorhanden sind, rechtzeitig ermittelt werden. Außerdem wird gelegentlich ein spezifischer Stoff schwerpunktmäßig einer Beobachtung unterzogen, der im gesamten Einzugsgebiet der Maas mitverfolgt wird. Solche Messkampagnen wurden in der Vergangenheit für Stoffe wie Diuron, Glyphosat und Bromid durchgeführt. Meistens werden diese Messreihen gemeinsam mit Wasserbewirtschaftungsorganisationen im Einzugsgebiet durchgeführt.

Trinkwasserrelevante Stoffe

Die einzelnen menschlichen Aktivitäten hinterlassen einen Fußabdruck bei der Qualität der Maas. Die Qualität des Maaswassers hat sich in den vergangenen Jahrzehnten stark verbessert, auch für dessen Nutzung zur Herstellung von Trinkwasser. Allgemeine Parameter wie Sauerstoff, Nährstoffe und Chloride, aber auch Schwermetalle sind dadurch nicht länger ein Problem für die Herstellung von Trinkwasser. Einige Stoffe überschreiten jedoch mit einer gewissen Regelmäßigkeit die Normen für Oberflächenwasser, aus dem Trinkwasser gewonnen werden darf, bzw. die Werte, die die Trinkwasserversorgungsunternehmen anstreben. Derzeit lassen sich 19 trinkwasserrelevante Stoffe unterscheiden. Die Methode, mit der bestimmt wird, welche Stoffe trinkwasserrelevant sind und welche Stoffe möglicherweise trinkwasserrelevant werden können, ist in einem (englischsprachigen) Bericht beschrieben.

Folgende Aspekte spielen bei der Nutzung der Maas als Quelle zur Trinkwasserherstellung eine Rolle: